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Yamaha XS 1100 Forum

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Dieses Thema hat 61 Antworten
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 Elektrik
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xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

20.10.2010 08:39
#1 IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Bin gerade in Kontakt mit denen (*), um eine an die XS1100 angepaßte Zündung zu kaufen. Falls jemand Interesse hat, können wir ja eine Sammelbestellung machen. Dann wird's günstiger. Wir eroieren gerade, ob der Original Pickup verwendet werden kann bzw wie man mit dem wenigsten Aufwand deren Zündung an die XS anpassen kann. Interessant auch hier: sie hat einen Eingang für den Sensor des XJR-Vergasers. Und ein paar weitere Gimmicks wie Schaltblitz, etc.

Leo hat ja in seinem Wiki bereits über diese Zündung berichtet (**). Offenbar kommt sie auch mit 8V Eingangsspannung aus, was die Bill-Zündung nicht kann. Und sie ist frei programmierbar.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++

Als Startbeitrag in vorliegendes neues Thema 'IgniTech-Zündung' verschoben aus XS1100-LIMA-Regler mit Gel-/Vlies-Batterie? (2).

*) Bei "... mit denen ..." ist IgniTech gemeint - http://www.ignitech.cz/english/aindex.htm.

**) s. http://wiki.xs11-forum.de/index.php?titl...ch-Z%C3%BCndung

Peter

JRMaier Offline



Beiträge: 454

20.10.2010 11:08
#2 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hi Martin,

hört sich ja interessant an. Ich plane meine XS auch auf eine elektronische Zündanlage umzustellen und dachte dabei an die Sachse-Zündung. Ich habe mich aber noch nicht festgelegt.

Bei der Sachse-Zündung ist halt ein neuer Pickup dabei und es fliegt da natürlich der Fliehkraftversteller und die Unterdruckdose raus, was ja grundsätzlich nicht schlecht ist (wieder ein paar teure Fehlerquellen weniger).

Halte uns bitte auf dem laufenden.

Schöne Grüße aus dem Taubertal

Jürgen

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

20.10.2010 21:23
#3 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Die Unterdruckverstellung und das ganze fliegt raus, logo. Auch die CDI und die Kabel dorthin können weg. Wie das mit dem Pickup geht, kläre ich gerade mit denen. Ich bleibe dran...

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

05.11.2010 11:36
#4 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Bin einen Schritt weiter: so, wie es momentan aussieht, können alle vorhandenen Kabel weiter verwendet werden. Die neue CDI wird, wenn wir sie richtig konfiguriert haben, einfach an die bestehenden Kabel gesteckt. Dann sind nur noch mechanische Umbauten nötig: Unterdruckdose und Fliehkraftregler still legen. Hierzu werden wir ("wir" sind Uwe (Pyramidenverleih) und ich) eine mechanische Lösung konstruieren, um die Fliekraftverstellung zu blockieren. Ferner gibt's eine bebilderte Anleitung, was wie genau zu tun ist.

Wir haben bereits ein paar Zündungen bestellt und werden demnächst das basteln anfangen. Wenn's so weit ist, geben wir nochmal bescheid. Die Lösung von uns verfolgt das Ziel, den Umbauaufwand so gering wie möglich zu halten. Für Interessierte: der gesamte Umbau wird nach unseren aktuellen Schätzungen definitiv unter 200 Euro liegen; je nachdem, wieviel Aufwand wir für o. g. Lahmlegung der Fliehkraftverstellung haben. Hinzu kommen ggf. andere Zündspulen. Ich selber verbaue Dyna-Spulen.

Es gehen aber auch die Originalen oder zB Bol d'or, Suzuki, etc., die man vom Gebrauchtteile-Dealer bekommt. Und wer einen Signalgeber an seinem Vergaser hat, um die Schieberstellung auszulesen (wie zB die XJR-Vergaser), der kann die Zündung sogar als Kennfeldzündung nutzen.

Die Zündung hat Ausgänge für Tacho, Benzinpumpe (vielleicht für Gespannfahrer interessant), Schaltblitz, Servo-Control. Ferner hat sie Eingänge für eine Zündunterbrechung (Killschalter oder Seitenständer-Schalter; interessant, weil zB bei den österreichischen XS1100 der Seitenständer nicht von alleine einklappt. TÜV verlangt entweder das oder einen Schalter).

Als Sonderversion gibt es auch eine Anlage, die 4 Zündspulen ansteuern kann. Habe davon gehört, dass der eine oder andere überlegt, 4 Zündspulen statt 2 zu nutzen. Die Details und Preise hierfür kläre ich nochmal ab.

JRMaier Offline



Beiträge: 454

05.11.2010 11:48
#5 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Super, ich hab da noch eine Frage: Die XJ1100 (10M) hat ein Pickup ähnlich der XJ-Baureihe. Da ist keinerlei mechanische Verstellung dran. Könnte man das den nicht auch verwenden?

Ich hab übrigens zu Hause 5 XJ-Motoren liegen und werde mal versuchen ein XJ-Pickup an die 2h9 zu bauen. Vielleicht passt das ja.

Schöne Grüße aus dem Taubertal

Jürgen

Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

05.11.2010 13:33
#6 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin (und Uwe),

das hört sich ja alles sehr vielversprechend an! Ohne mich in die Angelegenheit als solche einmischen zu wollen, einige minder wichtige Anmerkungen und Fragen.

Es ist mehrfach von CDI (oder C.D.I.) die Rede, die XS1100 hat jedoch eine TCI- (oder T.C.I.-) Anlage, und wahrscheinlich handelt es sich auch bei der IgniTech-Zündung um eine TCI-Anlage. Unter Verzicht auf Funktionsdetails hier die ausgeschriebene Bedeutung: CDI = Capacitor-Discharge Ignition (Kondensatorentladungszündung), TCI = Transistor-Controlled Ignition (Transistorgesteuerte Zündung). Unabhängig von diesen Bezeichnungen ist natürlich auch die CDI transistorisiert.

Die IgniTech-Zündung soll über einen Tacho-Ausgang verfügen? Ich vermute mal, daß es sich dabei um einen Drehzahlmesser-Ausgang handelt, denn was soll ein Zündboxsignal am Tacho - möglicherweise liegt hier ein recht häufiges Mißverständnis aufgrund gleichgeschriebener englischer und deutscher Bezeichnungen für Komponenten unterschiedlicher Funktion vor. Mit Tachometer (deutsch) ist üblicherweise der Geschwindigkeitsmesser gemeint, Tachometer (englisch) ist jedoch der Begriff für den 'deutschen' Drehzahlmesser. Der englische Begriff für Tachometer (deutsch) = Geschwindigkeitsmesser ist Speedometer.

"Fliehkraft-Zündversteller lahmlegen", wie Jürgen frage ich mich, ob es nicht mit weniger Aufwand ginge - bereits die 5K7 hatte keinen Fliehkraft-Zündversteller mehr.

Wie wird bei der Ignitech-Zündung der Ansaugdruck berücksichtigt? Die XJ1100 verfügt wie vermutlich weitere Modellvarianten statt einer 'Unterdruckdose' mit mechanischer Verstellung über einen halbleiterbasierten Drucksensor zur Ansteuerung der Zündschaltung. Kommt sowas auch bei der IgniTech-Zündung zum Einsatz?

Gruß, Peter

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

05.11.2010 14:08
#7 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Peter,

TCI: Du hast recht. Mir waren die Unterschiede nicht geläufig. Und für die XS hatte ich beide Bezeichnungen gehört. Die Ignitech ist eine TCI-Einheit.

Ignitech schreibt: Revolution indicator - TACHO output.
The revolution indicator output is compatible with most of board devices used on motorbikes. Pulse number for one revolution and corrections is set within TCIP4.EXE software. TACHO output should be connected to connector (15).

Ehrlich gesagt habe ich es auch nicht verstanden. Aktuell hatte es mich nicht wirklich interessiert, da ich meine XSen mit H-Kennzeichen fahre. Hierzu gehört dann auch, dass der Original Tacho erhalten bleibt. Nun hast Du mich aber auf diese Frage heiss gemacht, sodass ich das mit Ignitech kläre. Theoretisch kann man aus der Drehzahl und dem eingelegten Gang die Geschwindigkeit berechnen. Nur gibt es keinen Sensor für den Gang.

Und, wie ich soeben erkannt habe, habe ich den Begriff falsch übersetzt. Es muss sich um den Drehzahlmesserausgang handeln. Alles andere macht - wie Du schon schreibst, keinen Sinn. Dennoch werde ich auch den Drehzahlmesser nicht umbauen. Aber "never say never"

Die Ignitech-Zündung ist komplett frei programmierbar. Theoretisch könnte man die Zündung auf 30 Grad statt was auch immer einstellen und dies durch die Programmierung wieder wett machen. Ist Blödisnn, aber nur mal als Beispiel. Genauso könnte man alle Unterdruck-Verstellungen und Fliehkraft-Regelungen bestehen lassen und dementsprechend die Zündkurve flacher programmieren.

Aber eben genau darum geht's mir ja. Ich möchte einen definierten Zustand haben. Und den habe ich nicht bei Fliehkraftregelung, die klemmen kann, bei Unterdruck-Dosen, die kaputt gehen oder gar schleichend nachlassen, etc. Außerdem sollte sich an der Zündung nichts bewegen, damit hier kein Kabel abknicken und geflickt werden müssen. Die Probleme kennen wir ja alle.

Die Ignitech-Zündung hat einen Servo-Eingang, den man ggf für den Unterdrucksensor der XJ nehmen kann. Aber warum sollte man das tun? Die Ignitech Zündung verstellt ja die Frühzündung elektronisch anhand der Drehzahl (und ggf Schieberstellung). Warum sollte man hier zurück zur "Behelfskrücke" Unterdruck und/oder Fliehkraft? Oder übersehe ich hier was?

Übrigens finde ich unsere Diskussion gerade sehr befruchtend. Mein Zile ist eine (fast) Plug-and-Play-Lösung zu kreieren. Da bin ich natürlich über jeden Hinweis auf "ja-aber" sehr interessiert. Bitte weiter so, Peter. Vielen Dank!

Martin

Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

05.11.2010 14:30
#8 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin,

vielleicht noch ein Mißverständnis - der Halbleiter-Drucksensor der XJ1100 verstellt nichts, sondern sein Ausgangssignal wird von der Zündsteuerung berücksichtigt. Und irgendwie gefällt mir sowas besser, als eine Erfassung der Vergaser-Schieberstellung.

Peter

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

05.11.2010 16:03
#9 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Peter,

nun vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Die Gasschieberstellung wäre eine Zusatzoption, um aus der Kennlinienzündung eine Kennfeldzündung zu machen.

Und mir sind 5000 digitale Signale pro Minute (bei 5000 U/min) lieber als Sensoren, die "irgendwie" Unterdruck so in etwa abgreifen. Ich glaube nicht, dass der Unterdruck so exakt ist wie o. g. Impulse. Wie siehst Du das?

Achja: schon klar, dass der Unterdrucksensor nicht direkt was verstellt. Das hatte ich schon richtig verstanden.

Gruß
Martin

Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

06.11.2010 04:51
#10 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin,

es scheint, daß wir hier aneinander vorbeireden. Für eine optimale Zündungseinstellung hielt ich bislang die Berücksichtigung des Ansaugdrucks für notwendig, und dieser Ansaug(unter)druck kann durch keine irgendwie geartete Berechnung simuliert, sondern nur gemessen werden. Bei der 2H9 dient zur Messung die 'Unterdruckdose', mittels der dann auch gleich auf mechanischem Wege die Zündungsverstellung vorgenommen wird. Bei der XJ1100 erfolgt die Messung mittels Halbleiter-Drucksensor und der damit erfaßte Wert wird in der Zündbox verarbeitet. Die Gasschieberstellung ist eine direkte Funktion des Ansaugdrucks, die Schieberstellung würde somit auch eine Aussage über den Ansaugdruck liefern - also Vergleich Birnen mit Birnen.

Frage: Wie wird bei der IgniTech-Zündung der Ansaugdruck berücksichtigt, oder anders gefragt, warum ist bei der IgniTech-Zündung die Berücksichtigung des Ansaugdrucks nicht notwendig, oder dritte Variante der gleichen Frage, welche Ersatzgröße oder welcher Zusammenhang macht bei der IgniTech-Zündung die Berücksichtigung des Ansaugdrucks überflüssig?

Damit soll keineswegs die Eignung der IgniTech-Zündung angezweifelt werden! Aber wenn ich etwas nicht verstehe und dann keine schlüssige, respektive keine für mich verständliche Erklärung erhalte, werde ich nun mal hartnäckig oder auch lästig. Ich benötige keine bis ins letzte Detail ausgefeilte Erläuterung, aber zwei oder drei klärende Sätze wären nett.

Gruß, Peter

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

06.11.2010 10:38
#11 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Peter,

sei hartnäckig! Ich lerne dadurch ja dazu - und das tue ich gerne.

Nach meiner Kenntnis ist für die Verstellung des Zündzeitpunkts die Drehzahl entscheidend. Alle Tabellen und Grafiken, die ich bisher gesehen habe und die aussagen, wann wieviel Grad Frühzündung nötig sind, beziehen sich auf die Motordrehzahl.

Daher bin ich davon ausgegangen, dass die Messung der Motordrehzahl über den "Umweg der Messung des Unterdrucks" eine Krücke ist, ein Behelf. Der Fliehkraftregler verstellt den Zündzeitpunkt ja auch nur basierend auf der Drehzahl. Vielleicht liegt hier mein Denkfehler.

Wann entsteht denn mehr Unterdruck im Ansaugtrakt? Ist das nicht - mehr oder weniger - linear zur Drehzahl? Die "Bill-Zündung" arbeitet bei mir seit Jahren auch ohne jegliche Unterdruck-Steuerung bzw Unterdruck-Messung.

Martin

XS_Eleven Offline



Beiträge: 55

06.11.2010 11:44
#12 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Moin!
... alles wunderbar!
So weit ich informiert bin, ist die XS1100 das einzige Motorrad, welches eine Unterdruckzündverstellung hat. Die heutigen Bikes haben das nicht, eigentlich gab es das nur im Pkw-Bereich.
Ich hatte mir vor gut 6 Jahren mal die Finger blutig geschraubt mit einer XJR-Vergaser-Anlage. Dabei habe ich den Unterdruck mal am Unterdruckschlauch für die Benzinhähne abgenommen, später dann mit Regelventil aus dem Luftdruckbereich =hat alles nicht zufriedenstellend funktioniert. Zu guter letzt habe ich die Vergaseranlage bohren lassen, wie die XS-Vergaser, an der gleichen Stelle =funzt bestens.
Was ich damit ausdrücken will, es ist sehr wichtig, wo der Druck abgenommen wird, damit es wie Original funktioniert. Der sich aufbauende Unterdruck ist auch nicht linear, eher pulsierend.

Die plug&play-Variante ohne irgendwelche beweglichen Teile würde ich auch bevorzugen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand.

Die Frühzundung sollte mechanisch auf mehr als 5° eingestellt werden, und wie Du schon geschrieben hast, dann über die Programmierung passend eingestellt, dann ist man auf jeden Fall auf der richtigen Seite und kann Korrekturen ganz leicht über den PC vornehmen.


bye

JB

Michael TÜ Offline



Beiträge: 180

06.11.2010 14:47
#13 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo zusammen,

jetzt muss ich doch mal was fragen: Also, soweit ich das sehe, liefert bei etwas neueren Motorradvergasern (wie der bei mir eingebaute XJR-Vergaser) der Drosselklappensensor Daten an die Zündbox. Sozusagen der Ersatz für unsere Unterdruck-Zündverstellung. Was ich gern wissen würde: Was misst der Drosselklappensensor? Misst der einen Unterdruck? Oder einen Durchfluss? Oder ne Drosselklappenstellung?

Danke für ne Info - bin neugierig. Möglicherweise wäre so ne Zündung wie die Ignitech in Verbindung mit nem XJR-Vergaser unter Verwendung der Drosselklappensensor-Daten ne feine Sache ....

Grüße

Michael

Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

06.11.2010 16:15
#14 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin, JB, und Michael,

die Angelegenheit/Diskussion dürfte mittlerweile nur noch für einen sehr kleinen Teil der Forumsmitglieder von Interesse sein - da ich aber mit Anmerkungen, Zweifeln und Rückfragen diese Zusatzdiskussion selbst angestoßen habe, darf ich mich auch nicht darüber beschweren. Um das Thema 'IgniTech-Zündung' nicht unnötig aufzublähen oder zu verwässern, und so von Martins allgemein interessanten Bericht über seine Anpassung dieser Zündanlage an die XS1100 abzulenken, wäre aber zu überlegen, diesen Diskussionsteil aus dem vorliegenden Thread herauszulösen und in ein eigenes Thema zu überführen. Zuvor noch mal einige Anmerkungen:

# Der Ansaugdruck ist nicht nur von der Drehzahl abhängig, sondern vom (oszillierenden) Strömungsvorgang in Ansaug- und Auspufftrackt insgesamt und damit letzlich auch vom (optimalen oder mangelhaften) Ablauf der Verbrennung im Zylinder. Welche Vorgänge oder Größen hauptsächlich bestimmend sind, weiß ich nicht - vielleicht ist ja die Drehzahl doch die hauptbestimmende Einflußgröße. Grundsätzlich läßt sich der Ansaugdruck aber nicht rechnerisch ermitteln, sondern nur per Messung.

# Bei Motormanagement-Systemen kommen doch wieder Drucksensoren zur direkten Berücksichtigung des Ansaugdrucks zum Einsatz (man erkennt, daß ich mittlerweile ausnahmsweise mal in meine umfangreiche Literatursammlung zu KFZ-Elektrik im allgemeinen und Motorrad-Elektrik im besonderen reingesehen habe) - natürlich nicht in Form von 'Unterdruckdosen'. Mit unbegrenztem Wohlwollen - und wer hätte dieses nicht gegenüber der XS1100 - könnte man sich also zu der Behauptung versteigen, daß unsere betagte Lady mit einem sehr frühen Vorläufer eines solchen Motormanagement-Systems ausgerüstet war/ist.

# Der Drosselklappen(stellungs)sensor der XJR ist ein sogenannter Last-Sensor - damit wird letztlich die Stellung des Gasgriffes von der Zündbox als Sollwert erfaßt ("jetzt will ich aber ..."). Ein Maß für den Ansaugdruck ist die Drosselklappenstellung wohl nicht (oder nur über nicht direkt berücksichtbare Umwege), denn dieser wird, wie bereits erwähnt, von der (Gas-) Strömung bestimmt, und diese wiederum von ...

Gruß, Peter

----------------------------------

Nachtrag 21:00

Nachgereicht hier noch Seite 1057 aus dem kürzlich erworbenen und erst vor einer Stunde aufgeschnittenen VIEWEG Lexikon Motorentechnik (2. Aufl.) mit dem Prinzipaufbaubild eines Motormanagement-Systems. Unter Pos. 3 ist ein Drucksensor dargestellt, in der Legende heißt es dazu "Saugrohrdruck (oder ein anderes Lastsignal)". Augenscheinlich handelt es sich bei Ansaugdruck und Drosselklappenstellung wenn auch nicht um gleiche, so doch um ausreichend ähnlichwertige 'Last-Steuersignale'. Weiter ins Detail geht das Lexikon zu diesem Punkt nicht - ein Buch über Motormanagement bei Ottomotoren ist bereits bestellt.

Peter

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xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

07.11.2010 12:47
#15 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hi Peter,

das ist sehr interessant. Vielen Dank.

In gewisser Weise bestätigt mich der Text ja: "elektronische Zündungen ersetzen (fehleranfällige) mechanische Komponenten." "... um so zu einem bestimmten Zeitpunkt (...) die Fremdzündung des Gemischs einzuleiten." (Zitat)

"Der optimale Zündzeitpunkt ist vorrangig abhängig von der Motordrehzahl und der Motorlast." So, wie genau kann ich die Motorlast messen? Über einen Unterdrucksensor? Dann ist die Frage, inwiefern diese Motorlast wichtig ist bzw. inwiefern man hier mit Näherungswerten arbeiten kann, wenn man den Unterdruck nicht misst? Macht zB die Drehzahl 95% aus und die Motorlast 5%, um den potimalen Frühzündwinkel zu definieren, so kann man m. E. darauf verzichten. Es ist m. E. philosophisch, welchen Winkel man exakt bei welcher Drehzahl und Motorlast man nimmt. Sind es 38 Grad bei 5000 u/min oder 37 Grad?

Nichts desto trotz: wenn mir jemand hier aus dem Forum einen Drucksensor der XJ1100 (oder von anderen Modellen) leihweise zur Verfügung stellen könnte, würde ich diese Komponente mit berücksichtigen. Im Vergleich zur Unterdruckdose mit vermutlich sehr weiter Streuung ist der Weg zum Verzicht auf die Messung des Unterdrucks m. E. nicht weit. Die "Bill-Zündung" funktioniert bei mir ohne, und das schon seit Jahren.

Weiter Faktoren, die heutige Morormanagementsysteme berücksichtigen, lassen wir ja gänzlich aussen vor (Klingelsensor, CO-Messung, etc). Es ist nun mal ein alter Motor. Ansonsten müßte ich auf Lamdasonde, diverse Sensoren und elektronische Einspritzung umrüsten. Theoretisch möglich, aber bei 3.000 km, die der Durchschnittsfahrer im Jahr fährt (ist so, bitte nicht aufschreien, wenn Einzelne mehr fahren) ein unvertretbarer Aufwand - jedenfalls für mich.

Und ja, Du hast Recht. Die Yamaha mit kontaktloser TCI-Zündung und Unterdruckmessung / Steuerung war sehr modern. Ich denke dennoch, mit exakten Zündverstellungen nur auf Drehzahl basierend besser zu liegen als mit der "Messung" der Drehzahl über einen (evtl hakenden) Fliehkraftregler und eine (evtl diffuse) Unterdruckdose. Hinzu kommt, dass der Unterdruck im Ansaugtrakt ja nicht permanent gleich ist bei gleicher Drehzahl und Last. Es liegt ja auch daran, wo man sich gerade im "Takt" befindet. Es ist ja sogar ein Wechsel zwischen Unter- und Überdruck. Habe das mal mit einem elektronischen Vergasereinstellgerät gemessen, das nicht nur den Unterdruck sondern auch den Druckverlauf anzeigt. Spannend.

Und nochmal die Frage: was will ich erreichen? Habe ich den Ehrgeiz, wirklich in jeder Lebenslage das letzte 1/10 PS aus der XS zu quetschen? Oder möchte ich in erster Linie eine zuverlässige Zündung, die einigermassen nahe am Optimum ist, aber eben in Extremsituationen nur 97% liefert? Denn dann gehts weiter: wechsel ich bei anderem Luftdruck, Alpenfahrten, etc auch die Düsen? Auch hier leben wir mit einem Kompromiss.

Ich berichte gerne wieder, so bald ich mehr weiss. Und da ich auch PNs zu dem Thema bekomme, denke ich, dass da doch einige interessiert sind. Nochmal danke für die fruchtbare und spannende Diskussion mit Dir, Peter.

Martin

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

07.11.2010 12:55
#16 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Schau mal, wie die Motorlast definiert wird. Damit kann man sie dann über die Drosselklappenstellung messen, für die ja die Ignitech-Zündung einen Eingang hat. Und der XJR-Vergaser bietet den nötigen Sensor hierfür. (Quelle: http://www.juv.at/material/262.pdf)

Auch Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndkennfeld) nennt alternativ die Werte "der Y-Achse (Motorlast, meist bezogen aus der Luftmasse, dem Saugrohrunterdruck oder auch dem Winkel der Drosselklappe)" (Zitat). Ergo könnte man entweder einen Vergaser mit Drosselklappensensor nehmen oder eben den Unterdruck messen. Ein Luftmassensensor wäre die dritte Alternative. Da weiss ich aber nicht, wie der angeschlossen wird, wo man ihn einbaut, etc.

Man kann aber auch die Ignitech-Zündung als Kennlinienzündung verwenden; also nur die Drehzahl messen, um den Zündwinkel zu definieren. Nicht optimal, aber m. E. ausreichend nah am Optimum.

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Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

29.11.2010 14:22
#17 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Noch ein verspäteter, rein informativer und für aktuelle Aktivitäten belangloser Nachtrag.

Zitat von XS Eleven
So weit ich informiert bin, ist die XS1100 das einzige Motorrad, welches eine Unterdruckzündverstellung hat. Die heutigen Bikes haben das nicht, eigentlich gab es das nur im Pkw-Bereich.


Diese Aussage hat eine Glocke ganz weit in meinem Hinterkopf ganz schwach zum Klingen gebracht. Allerdings hat es einigen Aufwand und einige Zeit gekostet, die Sache abzuklären, auch habe ich leider nicht den ausführlichen Bericht gefunden, an den mich zu erinnern ich mir einbildete - aber immerhin:

Im Testbericht der Van Veen OCR 1000 heißt es in MOTORRAD 25/1977 "Über eine Steuerscheibe und einen Minicomputer wird, abhängig von Unterdruck und Drehzahl, für jede Umdrehung der optimale Vorzündungswert ermittelt." Also gab es mit der Doppelscheiben-Wankel von Van Veen wohl mindestens ein weiteres Motorradmodell mit Ansaugdruck-Zündverstellung, und das schon vor der XS1100.

Wenn man eine Gesamtstückzahl von weniger als 50 gebauten und verkauften Exemplaren als Serienfertigung akzeptiert, war die OCR 1000 so nebenbei auch das erste Serienmotorrad der Welt mit einer kontaktlosen elektronischen Zündung - diese Anlage von HARTIG / BUSCH-JAEGER war zudem bereits als (nicht verstellbare) Kennfeld-Zündung ausgelegt.

Peter

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

29.11.2010 17:29
#18 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Nach den mir vorliegenden Definitionen ist es immer dann einen Kennfeldzündung, wenn neben Drehzahl auch die Motorlast Einfluß auf den Zündzeitpunkt nehmen. Somit hat die XS1100 bereits eine Kennfeldzündung.

Bei der Ignitech-Zündung läßt sich das entweder durch einen XJR-Vergaser mit Drosselklappenstellungssensor (was ein Wort) realisieren oder mit einem Unterdrucksensor. Was letzteren angeht, recherchiere ich noch, welcher hierfür genommen werden kann.

Die Frage ist, inwiefern ich bei Voll- oder Teillast mit 1-2 Grad mehr oder weniger wirklich mehr aus dem Motor raus hole - im Vergleich zur "ungefähren" Zündverstellung, wenn man es bei der alten Mechanik läßt (und zB den Fliehkraftregler nicht fettet oder im Unterdrucksystem poröses Gummi hat). Die Bill-Zündung ist einen Kennlinienzündung und läuft in der einen meiner XSen hervorragend.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

JRMaier Offline



Beiträge: 454

14.01.2011 10:52
#19 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hi Martin,

wie ist den der augenblickliche Stand?

Schöne Grüße aus dem Taubertal

Jürgen

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

14.01.2011 15:29
#20 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

... wir warten noch auf ein Blechteil. Alles andere wäre bereit.

xs-matthias Offline



Beiträge: 5

19.03.2011 09:46
#21 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hi Martin,

wie weit ist euer Ignitech Projekt gediehen?

Ich möche auch auf die Ignitech wechseln, habe aber nachdem ich euern Thread gelesen habe beschlossen eure Doku abzuwarten.

Schöne Grüße vom Bodensee

Matthias

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

19.03.2011 15:13
#22 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Matthias,

wir haben den ersten Prototypen für die Fliehkraftregelung-Stillegung bekommen und lassen gerade das "Serienteil" bauen. So bald das fertig ist, wird die erste Ignitech verbaut. Ich hoffe, dass das im Laufe des April sein wird. Hiermit sollte fast eine Plug and Play - Lösung zur Verfügung stehen... so die Theorie.

Gruß
Martin

xs-matthias Offline



Beiträge: 5

19.03.2011 19:36
#23 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin,

wünsche euch, dass alles wie geplan klappt. Werde mich über den weiteren Fortschritt auf dem Laufenden halten.

Gruß
Matthias

xs-martin Offline

Administrator


Beiträge: 2.106

19.03.2011 22:46
#24 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Matthias,

Du kannst glauben, dass wir das hier kund tun werden, wie es gelaufen ist. Es wäre schon sehr gut, wenn wir unsere Theorie auch umsetzen könnten: die Original Pickups und den Original Kabelbaum verwenden.... Mal sehen, wo uns die Praxis in die Suppe spuckt. Übrigens: wenn die Mechanik funktioniert, müssen wir die Zündung ja auch noch programmieren.

Fährst du mit nem XJR-Vergaser? Oder würde Dir die Zündung als Kennlinienzündung genügen?

Martin

xs-matthias Offline



Beiträge: 5

22.03.2011 18:39
#25 RE: IgniTech-Zündung Thread geschlossen

Hallo Martin,

fahre derzeit XJR-Vergaser, Bill's Boyer Zündung (ohne U-Druck und FiehKK) und Bol d'or Spulen.
Daher der Gedanke die U-Dosen-Verstellung durch die TPS-Spannung zu ersetzen.

Matthias

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