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Yamaha XS 1100 Forum

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 Elektrik
Peter Kemm Offline




Beiträge: 1.265

31.01.2011 23:32
Anlasserstrom / Ruhestrom Thread geschlossen

Der Anlasser- oder Starterstrom war im neuen Forum bislang kein Thema. Im alten Forum gab es dazu einen Thread mittlerer Länge - da dieser vielleicht doch die eine oder andere nützliche oder interessante Information enthält, und es schade wäre, wenn diese Informationen verloren gingen, ist der Thread 'Anlasser-Strom' zusammen mit dem Nachtragsthread 'Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2' w.u. wiedergegeben. Unter 'Ruhestrom' wird dabei die Strombelastung der Batterie bei eingeschaltetem Hauptschalter verstanden, ohne daß der Motor läuft oder ein sonstiger Verbraucher eingeschaltet ist.

Auch die 'Zündspannung' kommt mal ganz kurz zur Sprache. Wie nahezu immer, wenn die Bezeichnung 'Zündspannung' verwendet wird (z.B. in "Zündspule mit einer Zündspannung von 40kV"), ist damit die 'Leerlauf-Zündspannung' gemeint, also die theoretisch erreichbare Sekundärspannung der Zündspule(n), wenn diese nicht vorher durch eine Entladung - den Zündfunken - abgeschnitten würde. Mit dem Motor-'Leerlauf' steht der vorerwähnte Begriff in keinerlei Zusammenhang! Die 'Betriebs-Zündspannung', also die Zündspannung bei laufendem Motor, wird demgegenüber in erster Linie durch den Elektrodenabstand der Zündkerzen und den Druck im Brennraum zum Zündzeitpunkt bestimmt. Je weiter die 'Leerlauf-Zündspannung' über der 'Betriebs-Zündspannung' liegt, umso sicherer wird auch ein Zündfunke erzeugt - und je höher die 'Zündenergie' ist, umso sicherer wird das Gemisch entzündet. Das ist nur eine Anmerkung, weiter sollen die Themen 'Zündspannung' und 'Zündenergie' hier nicht ausgewalzt werden.

Da die Kopie aus dem alten Forum bereits sehr lang ist, würden zusätzliche neue Beiträge die Angelegenheit nur (noch) unübersichtlich(er) machen, weshalb das Thema als geschlossener Beitrag eingestellt wurde. Wer in irgendeiner Weise zu dem Hauptthema 'Anlasserstrom' oder den Nebenthemen 'Ruhestrom', 'Killschalter' und 'TCI-Spannungsversorgung' einen Kommentar abgeben, Informationen hinzufügen, Korrekturhinweise geben, Fragen stellen oder Kritik äußern möchte, kann das selbstverständlich trotzdem tun - nur damit bitte ein neues Thema oder neue Themen starten.

Peter

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Auszug aus dem alten Forum:


Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 03. Juni 2008 04:03:08:

In schon etwas zurückliegenden Elektrik-Diskussionen über angebliche oder tatsächliche Regler-, Gleichrichter-, Batterie- u.a. Probleme kam auch mehrfach der Anlasser- oder Starterstrombedarf der XS1100 zur Sprache. Bislang gab es dazu aber keine konkreten Angaben, sondern nur Vermutungen - ohne nachzusehen, meine ich mich zu erinnern, daß ich selbst so um 100A angenommen hatte. Auch das Werkstatthandbuch der XS macht dazu praktischerweise keine Aussage.

Ebenfalls in prähistorischer Zeit hatte ich einen Beitrag zu Messungen an der XS mit 'konventionellen' elektrischen Meßmitteln angekündigt, der leider immer wieder verschoben werden mußte. Da sitze ich nun endlich dran - da ich mich aber nur immer abends für nicht allzulange Zeit damit befassen kann, wird es trotzdem noch etwa zwei Wochen bis zum (Pre-) Release dauern. Auch wird es sich dabei nicht um eine Anleitung zur Meßtechnik handeln, sondern um eine Übersicht über brauchbare Meßgeräte und Meßzubehör und um eine Abschätzung der Kosten für eine Minimalausrüstung und für eine finanziell noch tragbare erste Komfortstufe. Ich befürchte, daß das bei manchen etwas Enttäuschung hervorrufen wird.

Im Zusammenhang mit dem Meßgeräte-Beitrag habe ich auf die Schnelle endlich mal den Anlasserstrom gemessen, wobei die Mini-Stromzange VOLTCRAFT VC-521 zum Einsatz kam (auf diese wird im Beitrag dann auch eingegangen).

Meßbedingungen:

# Standard-Bleibatterie, ca. 2 Jahre alt, guter Zustand, voll geladen

# Motor und Anlasser in gutem Zustand, keinerlei Schwergängigkeiten, ca. 25000km seit letztem Kolbenwechsel, Anlasser dreht sofort mit voller Drehzahl

# Neues mineralisches Öl 20W-50 (nach Ölwechsel weniger als 10km gefahren)

# Umgebungstemperatur 25°C

Meßgerät(e):

# Mini-Stromzange mit Digitalanzeige VOLTCRAFT VC-521

Messungen:

1) Nach Einschalten des Hauptschalters fließen im linksseitigen Masseverbindungskabel der Batterie 4.7A, die kurzfristig auf 3.5A zurückgehen, wobei es dann auch bleibt (Beobachtung über 20s). In erster Näherung paßt das unter Berücksichtigung der Widerstände von Zündspulen-Primärwicklung und Ballastwiderstand zunächst auch recht gut. Was aber überhaupt nicht paßt, ist der verbleibende hohe Wert von 3.5A, denn gemäß Handbuch sollte bei stehendem Motor nach wenigen Sekunden eine Schutzschaltung im Zündsteuergerät den Strom zu der/den Zündspule/n abschalten. Also hätte entweder der anfängliche Strom höher sein müssen, oder der 'Reststrom' unter 1A fallen sollen (Leerlauf- + Öldruck-Kontrollampe + Ruhestromaufnahme der Zündbox). Wenn ich das früher schon mal gemessen hätte, würde es mich vielleicht nicht so überraschen. Tatsächlich hatte ich an der XS nach meiner Erinnerung schon seit wohl 200000km keine elektrischen Probleme mehr und deshalb auch keine Veranlassung zu derartigen ins Detail gehenden Messungen. Entweder mache ich einen Denkfehler, oder in der elektrischen Anlage meiner XS sitzt ein parasitärer Verbraucher, oder meine Zündbox hat einen sich nicht auf die grundsätzliche Funktion auswirkenden Defekt. Vielleicht hat die Boysen-/Sachse-/Dyna-/usw.- Fraktion das schon mal gemessen und kann mich aufklären? Irgendwann muß ich dem nochmal nachgehen, aber das war ja garnicht das, was ich eigentlich messen wollte.

2) Mehrere Startversuche bei zunächst geschlossenen Bezinhahnen. Die Stromanzeige schwankt zwischen 70A und 90A - die freihändige Annahme von 100A war also garnicht so schlecht. Das Schwanken erklärt sich aus dem über 720° wechselnden Durchdrehwiderstand des Motors. Erste Zündansätze, bei denen der Motor den Anlasser 'überholt', führen zu noch weiteren Stromstärkereduzierungen, die sich mit dieser Meßmethode wegen zu schneller Änderung allerdings nicht mehr sinnvoll ablesen lassen - und auch völlig ohne Aussagekraft sind.

3) Danach Start des Motors. Anfänglich 13.5A, schnell zurückgehend auf 6.5A, bei Gasstößen bis auf Null, bei etwas mehr Gas schließlich Stromrichtungsumkehr. Alles nicht sehr aufregend und normales Verhalten - zunächst liefert die Batterie noch etwas Strom, dann übernimmt die Lichtmaschine in fließendem Übergang die Versorgung der gesamten Anlage und liefert zusätzlich Ladestrom in die Batterie.

Die oben angegebenen Stromstärkewerte dürfen nicht als 'exakte' Werte mißverstanden werden. Da ist einerseits die Meßunsicherheit der Strommeßzange im benutzten 400A-Meßbereich von 3% + 10 Digits (zum Thema Meßunsicherheit s.a. angekündigter Beitrag), zum anderen die Schwierigkeit der Ablesung schnell wechselnder Digitalanzeigen. Bei Ersatz der digitalen Strommeßzange durch einen Meßwiderstand + einen analogen Spannungsmesser ließe sich daran noch etwas verbessern. Für eine Aussage über den tatsächlichen Zustand der Batterie wäre außerdem die begleitende Messung der Batteriespannung sehr sinnvoll gewesen - gleichzeitig den Motor starten und zwei Meßgeräte ablesen bringt die geistig beschränkten Fähigkeiten eines Menschen meines Alters schon an den Anschlag. Für Grundlagenuntersuchungen würde man außerdem Strom und Spannung aufzeichnen, entweder als direkten Ausschrieb auf Papier oder Bildschirm oder als Abspeicherung.

Nun, das war alles nicht Zweck und Thema des Schnellschusses, und Strom und Spannung könnte man bei zwei Startversuchen nacheinander nach Wert und Verhalten ablesen oder mit einem Hilfs-Meßknecht zusammen auch ganz einfach gleichzeitig.

Die genannten Stromstärken 70A bis maximal 90A sind handfeste Werte, mit denen sich etwas anfangen läßt - das gilt vor allem für den Maximalwert 90A. Ermittelt wurden die Werte hinsichtlich Motor-, Anlasser- und Batteriezustand und Temperatur unter nahezu optimalen Bedingungen. Es wäre interessant, ob anderer XSler deutlich abweichende (insbesondere höhere) Werte gemessen haben. Ganz wichtig ist die Nennung der dabei vorgelegenen Meßbedingungen, z.B. niedrige Temperatur (Winter!), erhöhter Durchdrehwiderstand des Anlassers (wie er bei Leo mal vorgelegen hat), usw. – zu Meßbedingungen insgesamt s.o.

Bitte melden!

Gruß, Peter


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Michael Oppelt am 03. Juni 2008 13:32:34: Als Antwort auf: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 03. Juni 2008 04:03:08:

Hallo Peter,

ja, so etwa 70-100 Ampere waren zu erwarten - der Anlasser zieht also etwa 1kW. Dass die eingeschaltete Zündung Strom braucht, das kenn ich von meiner alten Honda - 40 Watt (3,5A mal 12V) find ich aber viel

Meine Frage: Warum machst Du diese Messungen? Neugier oder zur Problemlösung?

Grüße aus TÜ, Michael


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 03. Juni 2008 20:43:00: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Michael Oppelt am 03. Juni 2008 13:32:34:

Hallo Michael,

richtig, ich bin neugierig und ich bin Elektrotechniker, der Grund für die aktuellen Messungen ist jedoch wie angemerkt in den früheren Diskussionen über Elektrikprobleme zu suchen - darauf näher einzugehen, würde hier zu weit führen.

Die ca. 100A Anlasserstrom hatte ich ja vorher auch schon im Gefühl, aber ich ersetze Gefühl oder Behauptungen nach Möglichkeit und bei Gelegenheit gern durch Wissen. Und daß die Zündung nach Einschaltung Strom braucht, ist nicht das Überraschende, sondern daß der Strombedarf bestehen bleibt, obwohl gemäß Werkstatthandbuch eine Schutzschaltung den Strom über Zündspulen-Primärwicklung + Ballastwiderstand bei nichtdrehender Kurbelwelle (= kein Signal von den Zündzeitpunkt-Sensoren) nach wenigen Sekunden abschalten sollte! Meine Wartezeit von ca. 20s liegt meiner Ansicht nach über 'wenigen Sekunden', aber vielleicht hat YAMAHA da eine andere Definition – ich werde die Ruhestrommessung wiederholen und eine Minute warten. Übrigens hatte ich das Tankfüllstands-Poti als Dauerverbraucher vergessen, mit (nur) ca. 0.3A bei etwa viertelvollem Tank würde das aber auch keine Erklärung liefern.

Gruß, Peter


Tankuhr-Poti - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Michael Oppelt am 04. Juni 2008 07:39:17: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 03. Juni 2008 20:43:00:

Ja, der Tankuhr-Poti kann nicht 40 Watt ziehen - sonst würde das Benzin zu warm ... :-)


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Micha HH am 04. Juni 2008 10:43:48: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 03. Juni 2008 20:43:00:

Hallo Peter,

danke schon mal für deine Messungen und Ausführungen. Noch ist die Meßzange nicht die meinige, sonst hätte ich das gleich mal bei mir getestet. Werde ich aber wohl bald mal anschaffen und dies nachholen und kundtun, damit man mal Vergleichswerte hat. Interessant auch in Zusammenhang mit dem ausschlaggebenden Beiträgen von damals wäre dann noch der Ladestrom. Gut, wenn deine Batterie "randvoll" ist, wird dieser sicherlich nicht der höchste sein. Wenns soweit ist, messe ich das mal mit voller und fast leerer Batterie.

Nur so als Idee solltest du nochmals messen: mal den Killschalter rein, dann müsste doch eigentlich nur der Zündkreis unterbrochen sein (oder etwa nicht, hab grad keinen Schaltplan vorliegen) so könnte sich die Ursache des scheinbar erhöhten Ruhestromverbrauchs vielleicht etwas eingrenzen lassen.

Gruß, Micha HH


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 04. Juni 2008 15:20:01: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Micha HH am 04. Juni 2008 10:43:48:

Hallo Micha,

hab grad mal ins Forum reingesehn und schnell Deine Killschalter-Idee (gut!) umgesetzt - jedoch kein Unterschied zwischen 'Ein' und 'Aus'. Es ist allerdings auch nicht ganz klar, wie ein definierter Anfangszustand (= Strom fließt) der erwähnten Schutzschaltung hergestellt wird, oder ob ein solcher beim Einschalten des Hauptschalters grundsätzlich besteht - beim normalen (Start-) Betrieb ist das ja auch völlig wurst, Druck auf den Anlasserknopf, nach spätestens 180° Kurbelwellenwinkel gibts den ersten Impuls von einem der Zündzeitpunkt-Sensoren und alles ist aktiv geschaltet. Ob anfänglich ein Zündspulen-Primärwicklungsstrom fließt und dann abgeschaltet wird, läßt sich auch direkt am Ballastwiderstand messen, muß halt der Tank runter.

Schon komisch, wenn ein Nebenprodukt einer Schnellschußmessung urplötzlich zum Hauptthema wird, und das wahrscheinlich ohne Berechtigung - ich sage ja garnicht, daß da was nicht stimmt, ich kanns mir nur auf Anhieb nicht erklären, und das ist ein Zustand, den ich nicht so mag. Deshalb werde ich dieser Sache bei Gelegenheit, allerdings ohne große Priorität noch nachgehen - falls mir nicht vorher jemand anders eine schlüssige Erklärung (keine Vermutung!) liefert. Und für den Anlasserstrom wollte ich nur auf die Schnelle endlich mal einen konkreten Wert, nachdem es dazu in der Vergangenheit immer nur Behauptungen, Vermutungen und Annahmen gab (auch von mir!). Hätte ich mich übrigens darauf beschränkt, tatsächlich nur den Anlasserstrom zu messen, hätte ich mir und anderen einiges Kopfzerbrechen bezüglich dieses (von mir verlegenheitshalber mal so benannten) 'Ruhestrom'-Phänomens erspart. Dummerweise kommt man an das Anlasserkabel viel schlechter ran, als an das Batterie-Massekabel, in dem ja ggf. (so z.B. beim Startvorgang) eine Überlagerung verschiedener Ströme fließt. Umgekehrt ist für die Reaktion einer angeschlagenen Batterie (Spannungszusammenbruch) natürlich der Gesamtstrom von Bedeutung.

Wenn Du an die angesprochenen Messungen kommst, wäre es vielleicht keine schlechte Idee, zur Absprache vergleichbarer Meßbedingungen nochmal Kontakt aufzunehmen, sinnvollerweise per eMail. Laß Dir ruhig Zeit, denn von letzterer habe ich momentan sehr wenig.

Gruß, Peter


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Leon am 04. Juni 2008 17:17:44: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 04. Juni 2008 15:20:01:

Mach grad was für nen Ingenieur....da könnte noch so ne Znage für mich drinsitzen.

Knapp 50 Oi bei Conrad. Günstig, evtl. billig, aber für unsere Zwecke ausreichend.

Weiter messen. Ohne "Nullinie" keine Abweichungen zu erkennen....

Gruß, Leo


Re: Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Micha HH am 04. Juni 2008 18:25:30: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 04. Juni 2008 15:20:01:

Jup, machen wir so. Ich zerbrech mir ganz gerne hobbymäßig den Kopf über derlei Dinge, macht Spaß, man lernt was und es schärft die Sinne, wenns mal drauf ankommt;-)

Bis denne, sonnengeröstete Grüße aus dem Norden, Micha HH


Anlasser-Strom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Rainer am 06. Juni 2008 17:30:17: Als Antwort auf: Re: Anlasser-Strom geschrieben von Peter Kemm am 04. Juni 2008 10:43:48:

Hallo,

Das mit dem Killschalter ist glaube ich so, das der zum Abschalten des Motors schließt und so ein Steuersignal in der TCI anlegt. Anderenfalls wäre die Betriebssicherheit der Zündung ziemlich schlecht, wenn die Killschalterkontakte oxydieren.

Ob das mit der automatischen Zündabschaltung funktioniert, könnte man doch über die Spannung an der Zündspulenprimärwicklung checken.

Die TCI wird imO trotzdem für ihre Regelaufgaben einen gewissen, wenn auch geringen Leistungsbedarf haben. 40 Watt kommen mir aber auch etwas üppig vor.

Gruß, Rainer


[[Das Thema 'Killschalter' wird im folgenden Thread 'Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2' noch einmal aufgegriffen. {Peter}]]


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Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 01:01:32:

In einem Schnellschuß zur Messung des Anlasserstroms fiel als Nebenprodukt auch eine ursprünglich garnicht beabsichtigte Messung an, deren Ergebnis aber gewohnheitsmäßig notiert wurde und zumindest bei mir zu einer noch nicht gelösten Verwirrung sorgte - hierzu s. http://f27.parsimony.net/forum67740/messages/3993.htm [[Das ist der obige Thread 'Anlasser-Strom'. {Peter}]]. Um wenigstens die bei der Messung im Batterie-Massekabel erfaßte Überlagerung verschiedener Ströme aufzulösen, hängte ich nach dem TÜV-Besuch am Freitag doch noch mal drei nicht eingeplante Stunden dran. Die mit Micha angesprochenen Messungen insbesondere im Übergangsbereich nach Start des Motors bleiben hiervon unberührt und werden nach entsprechender Kontaktaufnahme irgendwann im Laufe dieses Jahres noch durchgeführt.

# Meß- / Umgebungsbedingungen wie bei der Erstmessung (s.d.).

# Anlasserstrom - (diesmal Messung des tatsächlichen Anlasserstroms im Anlasserkabel (mit Stromzange VOLTCRAFT VC-521)

- Maximalwert 66A.

Dabei geht die Batteriespannung von 12.4V auf 10.3V zurück - gemessen direkt an den Batteriepolen (Vielfachmeßgerät DIGITEC DT9020). Hierfür ist der in der ersten Messung ermittelte Gesamt-Startstrom von 90A maßgebend.

Wie ich bereits sagte, ist meine Batterie in gutem Zustand, mit einem Alter nach Kauf von gut zwei Jahren aber natürlich alles andere als neuwertig. D.b. 1.) sie verfügt über deutlich weniger als die nominelle Kapazität von 20Ah, 2.) ihre Spannung fällt (unbelastet) nach Volladung innerhalb einer halben Stunde unter 13V, während sie bei einer neuen Batterie mehrere Stunden darüber bleiben sollte. Vereinfacht heißt das, daß bei ansonsten ähnlichen Betriebs-/Umgebungsbedingungen bei einer neuen Batterie der Anlasserstrom wohl etwas höher sein und die Spannungsabsenkung etwas geringer ausfallen wird - vermutlich geht das aber über einen 10%- bis maximal 15%-Rahmen nicht hinaus. Davon unabhängig zeigt der oben genannte Meßwert für die Spannungsabsenkung im Vergleich zu den von Leo letzten Dezember gemessenen 8.5V (da kann man tatsächlich nur noch von Spannungszusammenbruch sprechen) doch deutlich, daß entweder seine Batterie im A... war, oder der Anlasser nahezu im Kurzschlußbetrieb lief.

Wenn jemand solche Anlasserstrommessungen schon mal durchgeführt hat oder in naher Zukunft machen sollte, bitte unter Angabe der Betriebs-/Umgebungs-/Meßbedingungen melden. Von besonderem Interesse sind deutlich größere Stromwerte, z.B. aufgrund erhöhter Durchdrehwiderstände von Motor und/oder Anlasser. Auch das Verhalten bei Minustemperaturen wäre aufschlußreich.

# Ruhestrom

Der von mir mal so genannte 'Ruhestrom' meint den nach Einschalten des Hauptschalters von der Batterie gelieferten Strom, ohne daß einer der Hauptverbraucher (z.B. Licht) eingeschaltet ist - möglicherweise existiert dafür ja ein feststehender Begriff. Nach Abnahme des Tanks entfällt das Tankfüllstands-Poti als Dauerverbraucher ebenso, wie nach Abbau meines Zusatz-Cockpits die Zeituhr und das Ölthermometer - diese beiden belasten aber sowieso nur im Milliamperebereich. Das Cockpit hatte ich wie immer für die HU abgebaut, um den TÜV-Prüfern Gewissenskonflikte zu ersparen. Als Ruhestrom-Verbraucher sind auf Anhieb erkennbar also nur noch Leerlauf- und Öldruck-Kontrollampe, sowie das 'leerlaufende' Zündsteuergerät (auch Zündbox, oder nach Werkstatthandbuch TCI-Einheit) vorhanden.

Ruhestrom gemessen im linksseitigen Batterie-Massekabel 3.7A (Strommeßzange VOLTCRAFT VC-521).

Der Zündspulen-Primärwicklungsstrom betrug von Anfang an (und nicht erst "nach wenigen Sekunden" gemäß Werkstatthandbuch) nur ca. 30mA, also fast Null, gemessen in der Anschlußleitung des Ballastwiderstands (Stromzangenadapter CA-60 + Vielfachmeßgerät FLUKE 87). Dummerweise fiel mir erst nach Wiederaufsetzen des Tanks ein, daß ich rein interessehalber diesen Strom auch mal beim Startvorgang hätte messen können.

Entweder gibt es diese Zeitverzögerung der Schutzschaltung garnicht, oder die Schutzschaltung ist bei meiner Zündbox in der Art 'defekt', daß sie nach Einschalten des Hauptschalters sofort aktiviert ist – für den eigentlichen Startvorgang ist das belanglos.

An Rainer: Gemäß Schaltplan läuft über den Killschalter die 12V-Hauptversorgung der Zündbox, und nicht nur ein Steuersignal. Was die Betriebssicherheit der Zündung betrifft - es gibt eine ganze Reihe unverständlicher, über widersinniger bis idiotischer Detaillösungen in der elektrischen Anlage der XS1100!

Hat jemand den 'Ruhestrom' (gemäß obiger Definition) schon mal gemessen, oder hat jemand eine direkte Erklärung für den hohen Wert? Dann bitte melden.

Achtung, es geht nicht um die Lösung eines Betriebsproblems der elektrischen Anlage meiner XS, denn die funktioniert ansonsten hervorragend - nach Wiederauf- und -anbau aller Teile sprang der Motor auf den ersten Knopfdruck an. Falls jemand einen Ruhestromwert in ähnlicher Größe gemessen haben sollte, wüßte ich, daß es sich um einen 'normalen' Wert handelt - wenn auch noch immer nicht klar wäre, wo der Strom eigentlich hinfließt. Falls jedoch jemand einen Wert um 1A nennt, wie ich ihn etwa erwartet hätte, wäre klar, daß in meiner Anlage ein stromfressender Marder sitzt - und den müßte ich dann suchen. Denn selbst bei momentaner Nichtbeeinträchtigung der regulären Funktionen würde das eine lokale Erhitzung mit beträchtlichem Schadenspotential bedeuten, ganz abgesehen davon, daß bei vergessenem Ausschalten des Hauptschalters in wenigen Stunden die Batterie leer ist.

Gruß, Peter


TCI Spannungsversorgung über Killschalter. - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Rainer am 08. Juni 2008 13:45:49: Als Antwort auf: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 01:01:32:

[An Rainer: Gemäß Schaltplan läuft über den Killschalter die 12V-Hauptversorgung der Zündbox, und nicht nur ein Steuersignal. Was die Betriebssicherheit der Zündung betrifft - es gibt eine ganze Reihe unverständlicher, über widersinniger bis idiotischer Detaillösungen in der elektrischen Anlage der XS1100!]

An Peter,

Das ist ja der Hammer! Ich gehe jetzt in die Garage und schau mir die Kontakte des Killschalters an.

Danke Dir für den Hinweis!

Gruß, Rainer


Re: TCI Spannungsversorgung über Killschalter. - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 23:59:52: Als Antwort auf: TCI Spannungsversorgung über Killschalter. geschrieben von Rainer am 08. Juni 2008 13:45:49:

Hallo Rainer,

vielleicht sind Deine Sorgen betreffs der Zuverlässigkeit des Killschalters etwas übertrieben - möglicherweise gibts ja auch andere Erfahrungen, aber wenn mein Exemplar nicht ein positiver Ausreißer ist (ich hab immer noch den ersten seit Auslieferung der XS im Mai 1978 drin), scheint es sich da um ein recht langlebiges, zuverlässiges Element zu handeln.

Seit einem wenig lustigen Vorfall in Lappland vor über 20 Jahren läuft es bei mir grundsätzlich immer folgendermaßen ab: Anhalten mit gezogener Kupplung und eingelegtem 1. Gang, Stop des Motors per Killschalter, Loslassen der Kupplung, Absteigen. Ich habe nicht mitgezählt, aber das dürften seither einige tausend Schaltungen gewesen sein.

Gruß, Peter


Re: TCI Spannungsversorgung über Killschalter. - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Leon am 09. Juni 2008 14:01:42: Als Antwort auf: Re: TCI Spannungsversorgung über Killschalter. geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 23:59:52:

[Peter schrieb: ... Anhalten mit gezogener Kupplung und eingelegtem 1. Gang, Stop des Motors per Killschalter, Loslassen der Kupplung, Absteigen. Ich habe nicht mitgezählt, aber das dürften seither einige tausend Schaltungen gewesen sein.]

Unterschreibe das. Bei meinem ersten Moped, einer XS400 ist der Schlater mal defekt gewesen. Danach noch nie.

Gruß, Leo


Killschalter war bei mir stark oxydiert. - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Rainer am 10. Juni 2008 08:37:50: Als Antwort auf: Re: TCI Spannungsversorgung über Killschalter. geschrieben von Leon am 09. Juni 2008 14:01:42:

Guten Morgen,

Meiner hatte 54Ohm im geschlossenen Zustand und war total oxydiert. Habe ein halbiertes Wattestäbchen mit Zahnpasta in mein Proxxon eingespannt und die Kontaktflächen blank poliert.

Jetzt ist er wieder wie neu und das Moppel scheint auch besser zu ziehen.

Gruß, Rainer


Re: Killschalter war bei mir stark oxydiert. - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 10. Juni 2008 11:50:25: Als Antwort auf: Killschalter war bei mir stark oxydiert. geschrieben von Rainer am 10. Juni 2008 08:37:50:

Hallo,

es gibt sie also leider doch, die 'anderen' Erfahrungen mit dem Killschalter. Glückwunsch zur Behebung. Wieder was gelernt. Dein Eindruck, daß der Motor nach Entfernung der Korrosionsschicht und damit des erhöhten Kontaktübergangswiderstands 'runder läuft', ist ganz sicher nicht nur ein Eindruck, sondern schlicht Realität. Über den Killschalter wird neben der TCI-12V-Versorgung auch der Zündspulen-Primärwicklungsstrom gespeist, der ja durch die Zündbox nur durchgeleitet und im Takt der Signale von den Zündzeitpunkt-Sensoren wechselweise auf die beiden Zündspulen geschaltet wird. Mit niedrigerem Primärstrom verringert sich einerseits die (hochspannungsseitige) Zündenergie, und da die Zündspannung außer vom Windungszahlenverhältnis der Zündspulen auch von der Schaltsteilheit (A/s) abhängt, wird andererseits auch sie niedriger. Je nach Ausmaß der Verschlechterung kann sich also eine ganz massive Beeinträchtigung des Zündverhaltens ergeben - im Extremfall bis zum totalen Zündversagen. Was schlußendlich wieder zu den z.T. unverständlichen (usw.) Detaillösungen in der elektrischen Anlage der XS1100 führt.

Frage: Benutzt Du den Killschalter eher selten oder eher häufig?

Gruß, Peter


[[Auch im alten Forum ging es zuweilen recht durcheinander. Das Thema 'Killschalter' ist durchaus nicht uninteressant, die noch folgende ausführliche Diskussion über Benutzung und Zweck dieses Bauteils entfernte sich dann aber gar zu weit vom Hauptthema 'Anlasserstrom' und ist darum hier weggelassen. {Peter}]]


Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Art am 08. Juni 2008 01:22:44: Als Antwort auf: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 01:01:32:

Hallo Peter,

die verbleibenden 3,5 A rühren wohl von der Feld-Spule der Lima her. Hier wird ja ein Magnetfeld erzeugt und das zieht jede Menge Amp. Wird meiner Meinung nach auch nicht durch die Zündbox gesteuert.

Gruß Art


Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 01:46:06: Als Antwort auf: Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 geschrieben von Art am 08. Juni 2008 01:22:44:

Hallo Art,

ich Simpel, das ist es !!!

Also Leute, das Thema 'Ruhestrom' hat sich erledigt!

Danke und Gruß, Peter


Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 11:15:07: Als Antwort auf: Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 01:46:06:

Nachtrag:

Mit "Thema 'Ruhestrom' hat sich erledigt" war ich ein ganz klein bißchen voreilig. An Vergleichswerten für den Summen-Ruhestrom im Batterie-Massekabel bin ich nach wie vor interessiert, schon um zu sehen, ob mein Wert mit 3.5A - 3.7A schlicht stinknormal oder etwa doch erhöht ist. Hat keine Eile, ich selbst komme in den nächsten Wochen sowieso nicht mehr ans Messen. Wenn also jemand gelegentlich da mal drankommt - kommt aufs Zehntel Ampere überhaupt nicht an. Irgendwann später im Jahr will ich das nochmal etwas detaillierter aufdröseln - ggf. im Zusammenhang mit den kongenialen Messungen mit Micha.

Danke, Peter


Re: Summen-Ruhestrom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Micha HH am 08. Juni 2008 13:45:40: Als Antwort auf: Re: Anlasserstrom, Ruhestrom - Teil 2 geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 11:15:07:

Moin.

Meßbedingungen:

Typ: 2h9

Meßgerät: Voltcraft VC333, schon einige Jahre auf dem Buckel

Batterie: 1/4 Jahr alt, vor gut 2Monaten das letzte mal vollgeladen, 12,4V Leerlaufsp. (werd ich gleich mal wieder an den Lader hängen;-)

Verbraucher: Hauptschalter ein, Licht etc alles aus, Leerlauf drin, Tankpoti defekt/nicht angeschlossen.
Zündung: Boyer

Meßpunkt: Batteriemassekabel

Ergebnis:

1. Killschalter auf "off": 3,36 A, 2. Killschalter auf "on": 3,4 A


Gruß, Micha HH


Re: Summen-Ruhestrom - Yamaha XS 1100 Forum Europa
Geschrieben von Peter Kemm am 08. Juni 2008 22:58:05: Als Antwort auf: Re: Summen-Ruhestrom geschrieben von Micha HH am 08. Juni 2008 13:45:40:

Hallo Micha,

super, paßt - also doch ganz regulär stinknormal. Alles andere hätte ich meiner alten Dame auch übelgenommen. Damit kann die Detailzuordnung beruhigt auf später verschoben werden.

Gruß, Peter

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