die Vergaserbank tat bis vor ein paar Wochen einigermaßen ausreichend ihre Dienste. Dann bemerkte ich, dass eine Membran defekt war und tauschte sie mit dem Schieber gegen ein gut erhaltenes Exemplar aus. Dann baute ich die Vergaserbank wieder ein und bekam Benzin in den Luftfilter, siehe Thema von gestern.
Ich nahm nun einen Gummihammer wie vorgeschlagen und gab der Vergaserbank ein paar Schläge. Baute alles wieder zusammen, bis auf den Luftfilter mit unterem Deckel. Ließ den Motor ein paar mal herumdrehen und siehe aus 3 Ansaugstutzen im Luftfilterkasten kam immer noch Benzin heraus. Einen Schwimmerkammerboden abgeschraubt und nach dem Schwimmer geschaut - nichts klemmt, alles bewegt sich gut. Schwimmerkammerboden sauber gewischt und alles wieder zusammengebaut, Motor wieder ein paar mal drehen lassen, wieder bzw. immer noch kommt Benzin aus den Ansaugstutzen im Luftfilterkasten heraus. Wieder ein paar Schläge mit dem Gummihammer - keine Verbesserung. Ich weiß nicht mehr weiter und bin kurz vor der Verzweiflung.
Habe die Vergaserbank wieder ausgebaut und alle Schwimmerkammerböden abgeschraubt, alle Schwimmer lassen sich problemlos bewegen und die Blechnasen drücken einen Stößel hin und her. Außer Schwimmerboden sauber wischen fällt mir nichts weiter ein und ich kann auch nicht sehen, was ich sonst noch machen kann und soll. Bin halt kein Vergaserexperte, nur ein Techniker mit gutem technischen Verständnis, aber wenig Schraubererfahrung.
Hallo Uwe, hast Du schon mal daran gedacht, daß die Ventile in der Schwimmerkammer hinüber sein könnten. Die Schwimmer drücken gegen diese Schwimmernadelventile wenn die Schwimmerkammer voll ist. Dann kann kein Benzin nachlaufen. Eventuell ist auch Dreck dazwischen. Bau mal die Schwimmer aus, vorsichtig, ohne etwas abzubrechen. Schau Dir die Nadeln an. Wenn Du an der Spitze einen rundlaufenden Strich erkennen kannst, wechsel die Dinger aus, am besten mit dem Sitz, das Teil wogegen die Nadel drückt. Also das komplette Nadelventil austauschen. Sind Deine Schwimmer noch in Ordnung, oder sind sie undicht und laufen voll Benzin? Glaube ich aber nicht wirklich, drei auf einmal wohl kaum.
Ist Dein Tank von innen sauber oder ist dort jede Menge Dreck (Rost) drinnen, der diesen defekt hervorruft? Wenn Du die Benzinhähne abschraubst, siehst Du ein langes Sieb mit Kunststoff. Sind die Siebe noch fest am Benzinhah? Hast Du mal daran gedacht den Vergaser zureinigen?
Wenn Du die Punkte mal beachtest und alles in Ordnung gebracht hast, müsste es wieder gehen. Wenn die Schwimmerkammer überläuft, kann das eigentlich nur daran liegen, daß das Nachlaufen des Benzins nicht gestoppt wird.
das eheste, was ich mir vorstellen kann, ist das feiner Dreck aus der Schwimmerkammer bei Kopfüberstand der Vergaser an die Schwimmernadel gekommen ist und dadurch die Nadeln nicht mehr richtig abdichten. Wie kriegt man die Schwimmer ausgebaut? Woher kriegt man neue Nadeln?
es ist durchaus nichts gegen die erteilten Ratschläge zu sagen - alle diese Probleme und Problemursachen können auftreten und wie beschrieben durch Überprüfung erkannt und durch entsprechende Maßnahmen behoben werden. Möglicherweise wird aber auch nicht ausreichend um die Ecke gedacht, denn Probleme mit nicht schließenden Schwimmerkammerventilen kann es bei der XS auch bei nagelneuen Vergasern mit ebenso neuen Ventilen geben - den einen triffts, den anderen nicht.
Schuld oder zumindest von Einfluß könnte eine unheilige Allianz zwischen Schwimmerkammerventilen und deren (seitens YAMAHA) nicht ausreichend durchdachter Unterdrucksteuerung sein. Vergleichbare Probleme habe ich an meiner XS vor rund 30 Jahren durch Radikalumbau der Benzinhähne auf manuelle Betätigung auf Dauer behoben - hierzu vgl. http://wiki.xs11-forum.de/index.php?title=Benzinhahn. Bei Bedarf kannst Du Dich darüber hinaus über den dort von Micha ganz am Schluß reingesetzten Link zum BUCHELI-Projekt 'SR500-Benzinhahn' zum absoluten Experten auf diesem Gebiet ausbilden.
Was mir dazu noch einfällt: wie sehen die äußeren runden Seiten der Schwimmerkörper aus? Die inneren haben einen Falz, die äußeren sind leicht nach außen gewölbt -eigentlich. Aus mir noch nicht ganz nachvollziehbaren Gründen kommt es wohl nicht selten dazu, dass sich diese nach innen wölben. Bei meinem Vergaser und dem Ersatz von der Bucht war das so und letztens auch wieder bei einem XSser gesehen. Folge dieser Verformung ist, daß die Schwimmer weniger Benzin verdrängen, also tiefer schwimmen (weil sich das Gewicht des Schwimmers nicht geändert hat) und damit sich 1. der Benzinstand im Schwimmer erhöht und es zum chronischen Überlaufen kommen kann und sich 2. keine vernünftige Einstellung des Schwimmerstands realisieren lässt.
Schau da mal beim Ausbau drauf.
Und wenn sie eh schon raus sind, kontrolliere ob die Schwimmerkörper dicht sind. Dazu die Dinger in heißes Wasser vesänken und Abkühlen lassen. Sind sie undicht ist jetzt Wasser drin, was du beim Schütteln hörst, besser vorher und nachher mit Briefwaage wiegen. Bei Gewichtsunterschied sind sie undicht.
Glaub ich jetz zwar nicht, aber wenn man nicht weiter weiß, bringt ein Ausschlußverfahren immer noch mehr als raten.
die Benzinhähne scheinen noch in Ordnung zu sein. Wenn ich den gefüllten Tank ausbaue, kommt kein Getröpfel heraus.
Bei PRI läuft die Suppe wie aus einem Springbrunnen.
Also muß es doch der Vergaser sein. Nur ist mir bis jetzt noch schleierhaft, wie ich die Schwimmer ausgebaut kriege, ohne irgendwas kaputt zu machen.
Wie stellt man die Schwimmernadeln ein? Was passiert, wenn ich die Blechzunge, die gegen die Schwimmernadel drückt, ein wenig nach oben drücke, so dass sie schneller schließt (bei niedrigerem Schwimmerpegel)? Die Schraube, die mittig in einem Zapfen sitzt und ein Loch hat, ist das die Hauptdüse? Kann man die verstellen oder einfach nur rein oder rausschrauben? Man sieht da noch eine andere Schraube, was für eine Funktion hat die? Fragen über Fragen.
Nachdem ich die Vergaser wieder mal ausgebaut hatte, nachdem immer noch Benzin trotz Gummihammerschläge aus 3en von 4 Vergasern lief, habe ich versucht, die Schwimmernadelventile zu reinigen. Ich bekam aber die Schwimmerdrehachsen nicht ausgebaut und somit auch nicht die Schwimmer und konnte die Nadelventile nicht säubern. Habe die Blechzunge, die die Ventile betätigt, ein wenig in Ventilrichtung gebogen, damit die Schwimmerventile etwas früher zugehen. Vergaser wieder zusammengebaut und nochmals ein paar Schläge mit dem Gummihammer gegeben. An Tank angeschlossen, auf PRI gestellt - alles dicht, kein Benzin mehr - Hurrah!
Alles wieder eingebaut - Vergaser, Lufi, Tank, nur Sitzbank noch nicht - und Motor versucht zu starten. Läuft 3 Sekunden ziemlich gut, geht dann aus. Tank wieder abgebaut und horizontal um 180° gedreht, damit man von oben an die Vergaser kommt, 5 Liter Benzin zum Tankinhalt dazugekippt, herkömmlich versucht zu starten - keine vernünftige Zündung, Motor läuft nicht von selbst. Aber kein Benzin läuft mehr aus.
Zur Historie noch ein paar Worte, damit man die Situation besser versteht: Als ich die Dicke kaufte, war eine Vergasermembran nicht ganz in Ordnung und das Luftfiltergehäuse hatte einen deutlichen Riß. Die Zündkerzen waren noch in Ordnung und die Dicke lieft possierlich, brachte nur keine Höchstleistung mehr. Bei 180 km/h war auf der Autobahn Schluss und die 95 PS spürte man nicht wirklich (mein voriges Mopped hatte 50 PS, war zwar etwas leichter, aber zog wesentlich besser). In diesem Zustand brauchte ich nie den Choke zu betätigen, die Dicke startete wunderbar und zuverlässig mit dem normalen Gas. Bei Temperaturen von weniger als 10° zog ich den Choke halb, um im Leerlauf ein bisschen besser zu laufen. In diesem Zustand habe ich die Vergaser synchronisiert. Jetzt wollte ich das Gemisch optimieren - auf Anraten eines Bekannten schraubte ich die Gemischschrauben um 2,5 Umdrehungen heraus. Die Folge waren Fehlexplosionen im Auspuff beim Leerlauf an Ampeln, so dass erschreckte Fußgänger plötzlich wie Steinböcke über die Straße sprangen. Mir wurde geraten, die Gemischschrauben um eine halbe Umdrehung wieder hinein zu drehen, aber wegen dem kalten Winter und Ermangelung einer beheizbaren Garage habe ich die Dicke im Winter einfach stehen lassen und mir Ersatzteile beschafft und Plastikteile sowie den Tank umlackiert.
Beginnend vor kurzer Zeit habe ich dann - Luftfiltergehäuse gewechselt gegen ein dichtes - Luftfilter erneuert - Zündkerzen erneuert
Nichts weiter. Das Gemisch wollte ich mit Colortune einstellen, nachdem ich alles wieder zusammen hatte. Die Sache mit dem Benzin aus dem Vergaser ist ja bekannt.
Nun habe ich das Problem, dass die Dicke nur noch mit gezogenem Choke läuft. Gebe ich auch nur ein klein bisschen Gas mit dem Gasdrehgriff, geht sie sofort aus. Habe die Gemischschrauben in den verschiedensten Stellungen ausprobiert - 1,5 Umdrehungen heraus, 2 Umdrehungen heraus, 2,5 Umdrehungen heraus, 3 Umdrehungen heraus - alles nützt nichts.
das von mir angesprochene Bezinhahn-Problem gibt es nur bei vollständig angebauten Vergasern (einschließlich Unterdruckschläuchen), da sich hier der Druck/Unterdruck bei wechselnder Motortemperatur auswirken kann. Daß die Benzinhahnen für sich bei abgezogenen Schläuchen dicht sind, ist zwar schön, macht dazu aber keinerlei Aussage - so waren meine Hahnen damals auch dicht! Die Stellung PRI schaltet auf freien Durchlauf - sie dient nur dazu, die Schwimmerkammern zu füllen, wenn diese nach beabsichtigter Entleerung oder nach monatelanger Standzeit leer oder nur noch teilgefüllt sind. Natürlich kann man darüber auch Benzin aus dem Tank ablassen.
Die mittige, durchbohrte Schraube ist die Hauptdüse - sie kann nicht eingestellt werden, ist aber gegen andere Größen austauschbar. Letzteres kann nötig sein, wenn Du einen anderen Luftfilter einbaust - dann ist auch eine völlige Neuabstimmung der Vergaser zu empfehlen. Dazu haben sich die Vergaserspezialisten in diesem und anderen Vergaser-Threads ja schon geäußert und können Dir weitere Tips geben.
Wie Du vermutest, wird die Einstellung der richtigen Schwimmerhöhe genau durch (zurückhaltendes) Verbiegen der Blechzunge bewerkstelligt - ist einfach, jedoch ohne Bild schwierig zu erklären. Schau mal in das Werkstatthandbuch rein, dort ist das sehr gut und mit Angabe des Einstellwerts erläutert. Zur Überprüfung der Einstellung hältst Du den Vergaser gewissermaßen kopfüber (also mit dem Schwimmer nach oben), es ist sehr genau zu sehen, wann die Blechzunge des mit dem Finger unterstützten Schwimmers den dünnen Zapfen des Ventileinsatzes berührt - auf einen zehntel Millimeter zu messen, ist nicht exakt zu schaffen, aber weit besser als auf einen halben Millimeter kommt man da ran. Als Meßmittel dient ein Meßschieber beliebiger Qualität, der muß nicht (mit entsprechendem Preis) von z.B. MAUSER oder MITUTOYO stammen - obwohl, ganz ehrlich, ich bin ein MITUTOYO-Fan.
Falls Du kein Werkstatthandbuch besitzen solltest, schaff Dir unbedingt die CD von Rolf oder die DVD von Horst an, dort findest Du auch noch eine Menge zusätzlicher brauchbarer Informationen - s. http://www.xs1100-frw.de/HOMEPAGE_03/Index2.htm unter XS-Shop (ganz runterscrollen).
die Schwimmer sind eingestellt und funktionieren einwandfrei und die CDs von Rolf habe ich auch und dennoch komme ich nicht weiter, siehe mein letztes posting ein paar Minuten vor Deiner Antwort.
Mal ne saudumme Frage. Die 1100 hat doch Entlüftungsschläuche Du hast nicht zufällig verwechselt mit den Benzinschläuchen. Nicht böse sein Ferndiagnose ist schwer. Ein Arzt der nicht weiter weis macht eine Ausschlußdiagnose. mfG Christian
aus den paar Änderungen gemäß Deiner Angaben läßt sich das Fehlverhalten der XS tatsächlich nicht erklären, also muß es weitere Änderungen gegeben haben - womit ich nicht sagen will, daß Du diese Änderungen bewußt verursacht hast - vielleicht ist ja im Zuge von Vergaseraus- und -einbau was passiert. Die vorherige mickrige Leistung Deiner XS ist ja auch schon mal verdächtig.
Mal ein paar ganz primitive Dinge: Ansaugstutzen und Unterdruckschläuche sind unbeschädigt? Die Vergaser sind gemäß Handbuch auf Standardwerte eingestellt? Daß die Schiebermembranen jetzt alle in Ordnung sind, ist gesichert? Die Schieber laufen klemmfrei? Die Kopplungen der Welle zur synchronen Betätigung der Drosselklappen sind unbeschädigt, respektive unverstellt? Ist überprüft, daß sich die Drosselklappen wirklich synchron bewegen? Die Choke-Stange betätigt alle 4 Choke-Kolben gleichmäßig? Hast Du die Choke-Kolben/Nadeln mal rausgezogen, sind diese in einwandfreiem Zustand? Die gleiche Einstellung der Schwimmer ist gesichert? Diese sind nicht undicht (Gluckern beim Schütteln)? Benzin fließt in allen 4 Vergasern gleichmäßig zu? Zur Überprüfung entweder Schwimmerkammern abbauen oder mittels der Ablaßschrauben entleeren und Benzinhahnen auf PRI. Hast Du eine unterdruckgesteuerte Zündung? Wenn ja, funktioniert die Unterdruckdose einwandfrei? Dazu die Sensor-Grundplatte von Hand bis an Anschlag verdrehen, den Anschlußschlauch umknicken, mit den Fingern zusammendrücken und die Grundplatte loslassen - diese darf sich nicht in Ausgangsstellung zurückbewegen, auch nicht langsam!
Wenn das alles in Ordnung ist, scheint eine Verschmutzung der zum Teil ja sehr feinen Kanäle und Düsen doch nicht unwahrscheinlich, wie ja auch schon angemerkt wurde. Neben der Ultraschallreinigung gibt es auch die primitivere Methode des Durchblasens mit Druckluft, beides erfordert dummerweise die Zerlegung der Vergaser.
Wie Christian sagte, eine Ferndiagnose ist da schwierig.
Hallo Christian und Peter und alle anderen Experten,
die Unterdruckschläuche sind vom Durchmesser her kleiner als die Benzinschläuche und werden in Fahrtrichtung an den Benzinhähnen befestigt, die Benzinschläuche quer zur Fahrtrichtung. Die Unterdruckschläuche erkennt man auch daran, dass sie an die motorseitigen Ansaugstutzen gehen, wo der Unterdruck durch die ansaugenden Kolben erzeugt wird. Von der Unterdruck-Zündungsverstellung geht ein Schlauch, der nach dem Kauf als erstes ausgetauscht wurde, an einen Vergaserauslass motorseitig. Sowohl Benzinschläuche als auch Unterdruckschläuche sind erneuert worden. Die Luftfilterseitigen Ansaugstutzen sind top in Ordnung, die motorseitigen Ansaugstutzen haben oberflächlich kleine Microrisse - aber die waren auch schon beim Kauf da, als die Dicke noch "relativ" problemlos lief. Sie gehen auch nicht durch. Das Kurbelgehäuse hat einen Entlüftungsschlauch, der mittig an den Luftfilter angeschlossen wird und ist in einem guten Zustand. Dann sind da noch 2 kurze Schläuche am Vergaser, die nur an das Luftfiltergehäuse passen. Für den Tank sind sie zu kurz. Das könnten die "Entlüftungsschläuche" sein, die Du, Christian, vielleicht meinst. Diese sitzen zwischen jeweils 2 Vergasern unten. Alle Schläuche und Stutzen sind nun dicht - ich könnt´s beweisen, indem Startpilot auf diese gesprüht wird - dann müsste der Motor seine Drehzahl spürbar anheben. Tut er´s nicht, kommt auch kein Startpilot durch die Risse rein.
Die Vergaser sind relativ frisch gut synchronisiert, als die Dicke noch lief. An den Synchronschrauben habe ich seit dem nichts mehr gemacht. Die Drosselklappen laufen wirklich synchron.
Alle Schiebermembranen habe ich kontrolliert und mit den Schiebern wieder sauber eingebaut. Eine Membran mit Schieber ist komplett ausgetauscht. Wenn man die Schieber von der Luftfilterseite her mit dem Finger anhebt und wieder loslässt, klingen alle gleich - "huup-pft" -und laufen klemmfrei. Auch als eine Membran noch defekt war, lieft die Dicke noch - wenn auch nicht mit Höchstleistung: vielleicht lags daran, dass der nötige Unterdruck nicht über der Membran aufgebaut werden konnte und der Drosselschieber eben gedrosselt hat... - aber nur auf einem Vergaser/Zylinder. Einstellen auf Standardwerte: Welche Werte sind damit gemeint? Wie in einem früheren posting beschrieben, habe ich die Gemisch-Schrauben auf 2,5 Umdrehungen eingestellt. Die Schwimmerkörper sind auch dicht und gluckern nicht und die habe ich so eingestellt, dass sie im Toleranzbereich liegen, der in der Reparaturanleitung genannt ist. Weitere Dinge kann ich nicht einstellen - welche fehlen noch und wie stellt man sie ein? Die Hauptdüsen habe ich mit dem Mund durchgeblasen, Pressluft habe ich keine. Ebenso die Bohrung im Schwimmerdeckel, in die ein Messingröhrchen eintaucht (Benzinsteigleitung für Leerlaufgemisch?).
Wenn ich die Choke-Stange mit dem Hebel nach außen ziehe, läuft die Dicke wunderbar im Leerlauf, wenn sie kalt ist. Also ist der Choke in Ordnung.
Bei der Unterdrucksteuerung weiß ich nicht, was mit Unterdruckdose gemeint ist und was mit Sensorplatte. Unterdruck kommt aus den motorseitigen Ansaugstutzen an die Benzinhähne und geht auch an die Zündungsverstellung. Die wird aber erst bei höheren Drehzahlen verstellt und das funktionierte einwandfrei, nachdem der Schlauch ausgetauscht wurde.
Wenn jetzt also nur noch übrig bleiben würde, dass feine Kanälchen und Düsen mit Dreck verstopft sind, wieso läuft die Dicke mit gezogenem Choke "wunderbar" und just in dem Moment, wo ich Handgas hinzugebe, stirbt sie mir ab?
Durch das Handgas öffne ich die Drosselklappen - der Unterdruck kann nun, wenn Benzin an der Hauptdüse ansteht, das zum Beschleunigen nötige Benzin über das Venturirohr ansaugen und der Motor dreht höher. Sind die Hauptdüsen und das Venturirohr dicht, bleibt einfach die Beschleunigung aus und nur noch der Choke bleibt übrig bzw. die Leerlaufgemischdüse. Wenn die Dicke mit gezogenem Choke im Leerlauf dreht, dann dürfte sie doch auch weiterdrehen, wenn nur die Drosselklappen aufgehen, aber kein weiteres Benzin kommt, oder?
Ich selbst habe die Vergaser zerlegt, wie ich sie nur zerlegen kann - alles nur begrenzt, ich will ja nichts kaputt machen. Die Hauptdüsen und Drosselschieber mit Membranen kriege ich ausgebaut, mehr nicht. Die Schwimmernadelventile kriege ich nicht raus, weil ich die Drehachsen der Schwimmer nicht rauskriege. Die Venturirohe über der Hauptdüse kriege ich nicht raus, weil sie klemmen. Alles andere ist nicht für mich zugänglich - höchstens der Choke, aber der funktioniert ja...
Alles, was ich selbst machen konnte, habe ich bereits gemacht. Die Vergaserbank habe ich jetzt zigmal ein- und ausgebaut und bin jetzt darin Weltmeister. War bis zuletzt froh, dass sie wieder eingebaut ist. Soll ich sie wieder ausbauen und zum Generalüberholen an einen Spezi geben? Was wird so was in der Werkstatt kosten? Allein wenn der Spezi auf die Idee kommt, alle Membranen zu erneuern, sind das schon 150 Euronen. Eine Komplett-Überholung stelle ich mir mit 200 - 300 Euro plus Mehrwertsteuer vor. Das kann mein Portmonnaie momentan nicht leisten.
Wer kann mir logisch erklären, warum die Dicke abstirbt, wenn ich Handgas gebe? Das einzige, was mir dazu einfällt, ist, dass das Gemisch zu fett ist und durch den Choke grenzwertig überfettet wird und durch zusätzliches Handgas es absolut zu fett wird und die Dicke dann ersäuft. Das würde dann bedeuten, dass das Benzin problemlos überall hinkommt und keinerlei Verschmutzung vorliegt. Aber wieso ist das Problem genauso, wenn ich die Gemischschrauben weiter rein drehe? Damit mache ich es doch magerer...
Noch eins der 'ganz primitiven Dinge' vergessen: Einzelanschlußleitungen der Zündsensoren auf Bruch innerhalb ihrer Silikonisolierung und im weiteren Verlauf nach ihrer Zusammenfassung in einem Isolierschlauch bis zum Kabelbaum-Steckanschluß auf sonstige Beschädigungen kontrollieren - sowas hat schon mehr als nur einmal zunächst Vergaserprobleme vorgetäuscht.
die Zündzeitpunkt-Sensoren, wie sie voll ausgeschrieben heißen (auch Pick-up Coils, Pick-ups und Suchspulen genannt), sitzen auf der linken Kurbelwellenseite unterm Zünderdeckel auf einer Grundplatte, die per Ansaugunterdruck über ein kurzes Gestänge von der Unterdruckdose im unteren Drehzahlbereich verstellt wird. Über den kleinen Nocken auf der mittigen Welle erfassen sie die Kurbelwellenstellung beim Sollzündzeitpunkt und geben einen Impuls an die elektronische Zündungssteuerung (Zündbox, TCI) ab, die wiederum den primärseitigen Strom durch die Zündspulen unterbricht und damit den Hochspannungszündimpuls induziert. Durch die ständige Bewegung bricht die feindrähtige Kupferanschlußleitung der Sensoren schon mal innerhalb der weichen Silikonisolierung, ohne daß man es von außen sehen kann - man kann es aber durch vorsichtiges Biegen und Ziehen fühlen. Weitere Informationen hierzu s. http://wiki.xs11-forum.de/index.php?title=Pickup-Kabel.
Wie bereits erwähnt, sitzt die Unterdruckdose im gleichen 'Zünderraum', und ihre Membran ist auch nicht unbegrenzt haltbar - Überprüfung wie bereits beschrieben.
Zu Deinen weiteren Fragen von 22:11 kann ich leider zumindest aus dem Handgelenk nichts sagen, da müßte ich schon selbst vor der Maschine sitzen und das im Detail ansehen. Vielleicht fällt auf die Schnelle den echten Vergaserspezialisten (zu denen ich mich nicht zähle) noch was ein.