Ich hab ein Problem mit meiner 11er von 1979. Es ist eine 2H9, der momentan nicht der Funke überspringt.
Ich hab mich an die Checkliste des Werkstatthandbuches gehalten und alle Spulen und Spannungen durchgemessen.
Nur 2 Punkte aus der Checkliste lagen nicht innerhalb der Toleranzen. -> Der Wiederstand der Primärzündspulen lagen bei ~4 Ohm (Soll: 1.5Ohm +/- 10%) -> Die Spannung am Ballastwiederstand (Anlasserüberbrückung) lag bei 10V (Soll: 6V)
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Vorbesitzer nicht schon andere Spulen verbaut hat (im Hinblick auf die Verwendbarkeit der Boldor Spulen). Denn als Zündeinheit ist die alte Variante 2H7-10 Verbaut.
Kurioserweise zeigten die Spulen ein Magnetfeld, getestet durch eine Hand Hal-Sonde. Auch die Zündkabel machten meiner Ansicht nach einen durchaus intakten Eindruck; also kein Knickstellen, poröse oder spröde Abschnitte und durchwegs flexibel.
Hat einer von Euch eine Idee, an der man nun ansetzen kann?
Hmmh....also da hätt ich erst mal ein paar Gegenfragen, um eine Idee für dein Problem zu bekommen:
1. Lief der Bock vorher, hatte er eine längere Standzeit, oder hast du ihn etwa gerade erst frisch erstanden (weil du den Vorbesitzer erwähnst)?
2. Was für Zündspulen sind nun tatsächlich verbaut? Dazu schau doch mal, was auf deinen Spulen steht. Orginale haben die Aufschrift: " USE WITH EXTERNAL RESISTOR" Boldor Spulen erkennst du daran, dass die Zündkabel an den Spulen durch eine Verschraubung gesichert sind und sie normalerweise einen Primärwiderstand von 2,5 Ohm haben, während die Kabel der Orginalen vergossen sind.
3. Hast du auch den Widerstand des Ballastwiderstands gemessen?
4. Wie genau, also zwischen welchen Kabeln/Kabel gegen Masse hast du die Spannung am Ballastwiderstand gemessen?
5. Welche Spannung liegt (oder liegt überhaupt eine) an den Polen der Zündspulen vor, einmal gemessen kurz nach Einschalten der Zündung und einmal bei betätigen des Anlassers?
6. Was genau meinst du mit Anlasserüberbrückung? Ich interpretiere das mal so, dass du beim Starten gemessen hast, also der Starter durchdreht. Beim Startvorgang wird der Ballastwiderstand überbrückt, d. h. es liegen während des Startvorgangs teoretisch auch an beiden Anschlüssen des Ballastwiderstand jeweils gegen Masse gemessen 12V an, praktisch natürlich eher um 10V, weil der Anlasser die Batterie halt auf die Probe stellt. Nur kurz nach dem Einschalten der Zündung (weil die Zündbox ohne Starten nach einigen sec den Strom unterbricht) oder bei laufendem Motor bewirkt der Ballastwiderstand einen Spannungsabfall von 6V (den misst du entweder zwischen Masse und +Pol der Spulen oder an den beiden Kabeln des Ballastwiderstands, wenn er denn eingebaut ist). Wenn ich also die "Anlasserüberbrückungsmessung" richtig interpretiere, ist der zweite Wert, den du erwähnst durchaus im soll => und der Ballastwiderstand ist demzufolge auch noch chick.
Wenn du eine 2h9 hast, ist die Zündbox 2h7-10 zwar alt, aber auf jeden Fall die richtige, das ist erstmal gut so!
Was absolut nicht ok ist, ist der Primärwiderstand der Spulen! Wenn du orginale drin hast sind sie Schrott, ansonsten sind es die falschen und (je nach Typ) eventuell ebenfalls Schrott! Denn: mit 4 Ohm Primärwiderstand an den Spulen und ansonsten funktionierendem Orginalzustand wirst du spätestens beim loslassen des Starterknopfs keinen brauchbaren Zündfunken produzieren können.
zu 1. Ja, der Bock war letzten Sommer in benutzung. Allerdings wurde es immer schwieriger das Motorrad zu starten je kälter es wurde. Ich dachte mir das es an der Kälte lag und hab die 11er dann eingewintert. Letztes Wochenende als ich Sie wieder rauszog gings wieder nicht; so kam ich der Sache auf die Spur.
zu 2. Ich weis nicht welche Zündspulen ich genau drin habe. Allerdings vermute ich stark, dass diese die Originalen sind. denn sie sind auf jeden Fall eingegossen und nicht verschraubt.
zu 3. Ich bin das Prüfprotokoll durchgegangen. Das beinhaltet auch den Ballastwiederstand. Der Wert war i.O.
zu 4. Auf der Seite der Steuereinheit; Stecker entfernt und den Kontakt zum Ballastwiederstand gegen Masse (Rahmen)
zu 5. Das wäre für mich der nächste schritt am kommenden Wochenende. Leider kann ich unter der Woche nichts machen, weil ich 250km von der alten Dame weg bin :/
zu 6. Aus dem Schaltplan ging mir, genau wie Du es sagst, hervor, dass der Balastwiederstand durch den Startknopf überbrückt wird, vermutlich um für den kalten Motor einen besseren Funken zu erzeugen. Gemeint war auf jeden fall der erste Fall, sprich die Startphase mit Anlasser. Nun ist es so, dass überhaupt kein Funken erzeugt wird; und ich den Hobel überhaupt nich zum laufen bringe... Das die Spulen während des normalen Betriebs mit 6V laufen dachte ich mir auch nachdem ich die Pläne studiert habe. Die Kabel zum Ballastwiederstand sind nicht mehr die schönsten, aber der Wiederstand an sich schien mir auch noch in Ordnung.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich auch schon des öfteren gelesen habe, dass die 2H7-10 eine der wünscheswerteren Zündboxen ist und eben auch mit den Spulen der Boldor könnte (deswegen auch diese Vermutung).
Bleibt nur noch die Frage, woher man neu Spulen für ein fast 30 Jahre altes Motorrad herbekommt
Zu 4: dann ist dein Messergebnis richtig und das Soll liegt dann nicht bei 6V sondern zwischen 10-12V (je nach Batterie/Kabelbaumzustand)
Dann sind es höstwahrscheinlich die Spulen, solltest du wirklich die Orginalen drin haben, ist der Primärwiderstand von 4Ohm nicht akzeptabel, da kann kein Funke mehr überspringen.
Ob an den Polen der Spulen noch Spannung ankommt, sollteast du sicherheitshalber noch prüfen.
Entweder du holst dir in der Bucht Boldorspulen und schmeißt den Ballastwiderstand raus und steckst die Anschlußkabel des Widerstand ineinander, oder du holst dir eben gebrauchte Orginale.
Zwei gebrauchte funktionierende Orginalspulen (ohne Kerzenstecker) hab ich noch rumliegen. Bei Interesse könnte ich sie dir gegen einen fairen Betrag überlassen. Wenn du mir über "Private Mails" deine E-Mail schickst, kannste erstmal Bilder davon haben. Gesetzt den Fall, dass du sie dann doch nicht brauchst (Fehler liegt eventuell doch woanders), schickste sie mir halt wieder zurück.
Da Alex letztmals 2009-05-19 online war, wird sich dieses reichlich verquere und interessante Geheimnis leider wohl nie mehr auflösen lassen. Man kann nur vermuten, daß es sich beim Vorbesitzer der XS um einen reichlich unbedarften Bastler handelte.
zwar bin ich nicht oft online im XS Forum, bekomme allerdings mit wenn jemand auf meine Beiträge antwortet ;)
Zum Thema, um die Sache aufzuklären. Ich hab den Bock wieder zum laufen gebracht. Meiner Meinung nach gab es ein Problem irgendwo zwischen den Zündkabeln und den Zündspulen. Ich habe damals die gesamte Zündelektronik feinsäuberlich zerlegt, gereinigt und wieder zusammengebaut. Nachdem alles wieder an seinem Platz war sprang die XS auch wieder an.
Mittlerweile ist der Hobel auch schon wieder zerlegt (zum wechseln der Primärkette/Steuerkette) und wartet auf den Wiedereinbau des Motorblocks. Ich hab mir mittlerweile auch Boldor-Spulen organisiert und werde diese dann mit dem überholtem Motor nutzen.
Sollten noch fragen auftauchen oder weitere Geheimnisse zu lüften sein?! gerne :)